Lerntherapie

Was ist Integrative Lerntherapie?

Integrative Lerntherapie bedeutet professionelle Hilfe für Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten in den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechnen sowie bei Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS und Autismus.


Lerntherapeutin erkennt beim Kind Probleme beim Lernen
Lerntherapeutin erkennt beim Kind Probleme beim Lernen

Foto/Grafik: Depositphotos

Ziel: Teufelskreis einer Lernstörung erfolgreich durchbrechen

Bei der Integrativen Lerntherapie handelt es sich um eine spezielle Hilfeform bei Lernschwierigkeiten, um den Teufelskreis einer Lernstörung erfolgreich zu durchbrechen, damit Kinder mit Lernstörung wieder Freude am Lesen, Schreiben und Rechnen finden. Dabei zeichnet sich die Integrative Lerntherapie besonders durch vielfältige und professionellen Methoden aus. Insgesamt beinhaltet Integrative Lerntherapie wissenschaftliche Erkenntnisse aus Psychologie, Medizin, Pädagogik und aus den Fachdidaktiken Mathematik und Deutsch.

Wesentliche Unterschiede zu Nachhilfe

Integrative Lerntherapie ist zu unterscheiden von Nachhilfe. Auf der einen Seite sind Integrative Lerntherapeut_innen sehr angewiesen auf fachwissenschaftliche und fachdidaktische Kompetenzen. Auf der anderen Seite verfügen Integrative Lerntherapeut_innen aber auch über ein fundiertes psychotherapeutisches Know-How. Dieses Zusammenwirken ist ganz wesentlich für diese spezielle integrative Form der Integrativen Lerntherapie.

Nachhilfe ist besonders geeignet für Schüler_innen mit Wissenslücken in bestimmten Schulfächern. Sie orientiert sich überwiegend am aktuellen Schulstoff. Lerntherapie ist eine professionelle außerschulische Förderung für Kinder mit erheblichen Lernschwierigkeiten in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen sowie bei Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS und Autismus. Eine lerntherapeutische Förderung schafft grundlegende psychische und inhaltliche Voraussetzungen, damit das Kind Freude am Lernen und wieder Selbstvertrauen gewinnt.

Strukturmodell von Betz/Breuninger als Grundlage

Das Strukturmodell von Betz/Breuninger aus den 80er Jahren bildet die Basis der Integrativen Lerntherapie. Dabei werden Lernstörungen systematisch als Teil eines Wirkungsgefüges verstanden. Auf der Grundlage dieses Modells können die pädagogischen, psychologischen und sozialen Faktoren in ihrem Zusammenwirken analysiert werden. Ausgehend von diesem integrativen und ganzheitlichem Ansatz von Betz/Breuninger hat sich in der Praxis herausgestellt, dass die methodischen, diagnostischen und fachdidaktischen Kompetenzen der Integrativen Lerntherapie ganz wesentlich zur Wirksamkeit beitragen.

An welchem Punkt greift Integrative Lerntherapie konkret?

Bei Kindern mit Lernstörungen entsteht eine negative Lernstruktur. Darunter ist ein System zu verstehen, in welchem sich negative Faktoren gegenseitig aufschaukeln. Das bedeutet, diese Kinder geraten schnell in eine Art Teufelskreis einer Lernstörung. Dabei ist der innerpsychische Kreislauf dieser betroffenen Kinder geprägt von Misserfolg und Angst. Diese Situation führt dann zu Vermeidung und anschließender stetiger Leistungsabnahme.

Zeitgleich verstärken im pädagogischen Kreislauf unpassende Methoden und zu hohe Erwartungen die kindliche Leistungsbereitschaft negativ. So reagiert beispielsweise die soziale Umwelt dieses Kindes wie Lehrer_innen oder Eltern häufig negativ. Dadurch entzieht sich das betroffene Kind immer mehr und baut Selbstvertrauen ab. Aufgrund der insgesamt verstrickten Situation ist es für die Beteiligten in der Regel schwierig, diese inzwischen eingespielte negative Lernstruktur zu durchbrechen. Genau an diesem Punkt greift und hilft Integrative Lerntherapie professionell.