Rückblick

Ideen aus der Forschung direkt ins Klassenzimmer Gmünder – Tag der Grundschulmathematik

Schwäbisch Gmünd: Am 10. November fand an der PH Schwäbisch Gmünd nun schon zum vierten Mal der Gmünder Tag der Grundschulmathematik statt. Der vom Zentrum für Wissenstransfer der PH (ZWPH) organisierte Tag stand diesmal ganz im Zeichen des Sicherns zweier wesentlicher Voraussetzungen für das Lernen nicht nur im Fach Mathematik: Sprachlicher Fähigkeiten und räumlich visueller Qualifikationen.


Hans Peter Nutzinger im Vortrag „Stell Dir vor, ich seh` es nicht“

Foto/Grafik: Zentrum für Wissenstransfer

Frau Prof. Dr. habil. Astrid Beckmann eröffnete den Gmünder Tag der Grundschulmathematik und hob die große Bedeutung soliden Wissens und Könnens im Fach Mathematik hervor. Sie unterstrich die fundamentschaffende Funktion des Unterrichts in der Grundschule und hob hervor, dass die Lehrerinnen und Lehrern gerade in dieser Schulstufe Jahr für Jahr Großes leisten. Die PH Schwäbisch Gmünd sieht sich in der Verantwortung, immer wieder neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu transferieren und den Lehrerinnen und Lehrern zugänglich zu machen. Mit Zentren wie dem ZWPH und Veranstaltungen wie dem zweimal jährlich stattfindenden Gmünder Tag der Grundschulmathematik sind der Wissenstransfer in die Praxis und die forschungsorientierte Weiterbildung an der PH fest etabliert.

In seinem Vortrag „Sprache und Mathematik“ erläuterte Prof. Dr. Jens-Holger Lorenz die große Bedeutung sprachlicher Kompetenzen für das Erlenen der Mathematik: Mit Hilfe der Sprache verständigen wir uns über die Bedeutung von Zeichenketten wie 138, 3 · 4 oder 17 – 8 = 9. Allein schon das verursacht zuweilen Probleme. Außerdem sind noch Konflikte zwischen der Verwendung von Wörtern und Wendungen im Alltag und in der Mathematik auszuhalten. Wenn wir „Max und Moritz“ sagen, dann können wir die Wörter vertauschen: „Moritz und Max“ hat die gleiche Bedeutung. Bei Zahlwörtern wie „siebenundachtzig“ geht das nicht. Sind „gerade Zahlen“ so etwas „kurvenloses“ wie 1 oder 4? Sind dann ungerade Zahlen „krumm“ wie 8 oder 9? Nicht nur das Unverständnis der sprachlichen Konstruktion unserer Zahlwörter verhindert den Lernerfolg. Oft verursacht auch fehlendes Wissen über Wortbedeutungen in Aufgaben und Erklärungen Lernschwierigkeiten. Das erschwert den Aufbau von Operationsvorstellungen und das Erlernen von Rechenstrategien. Im Vortrag wurden derartige Probleme nicht nur genannt, sondern auch Möglichkeiten zur Bewältigung dieser Schwierigkeiten gezeigt.

Hans Peter Nutzinger von der PH Schwäbisch Gmünd stellte in seinem Vortrag „Stell Dir vor, ich seh` es nicht“die große Bedeutung des räumliches Vorstellungsvermögen dar. Er zeigte die verschiedenen Komponenten räumlich-visueller Qualifikation und zu jeder der Komponenten viele interessante Aufgaben, mit denen die betreffende Fähigkeit entwickelt werden kann: Die Anregungen zu Aufgaben rund um Würfelnetze, das Möbiusband, das Falten und Schneiden oder das Nutzen der website www.mathematikus.de sind nicht nur interessant und motivierend, sondern können allesamt in der tagtäglichen Arbeit unmittelbar umgesetzt werden.

So gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Gmünder Tag der Grundschulmathematik mit vielen Anregungen zur Verbesserung der Arbeit mit den Kindern nach Hause.

Foto/Grafik: Hans Peter Nutzinger

Foto/Grafik: Zentrum für Wissenstransfer

Foto/Grafik: Zentrum für Wissenstransfer

Foto/Grafik: Zentrum für Wissenstransfer